Wort zur Strassenparade

Vermischter Schwachsinn 6 Comments

Meine Damen und Herren, es ist mal wieder Freitag, d.h. ich finde hier die Lücke für ein paar erhebende Zeilen (n/h), und ausserdem ist an diesem Wochenende ja mal wieder Zeit für elektronische Klänge in und um Zürich. Das schreit natürlich nach einer kleinen, sophistizierten Abhandlung meinerseits über die Pros und Cons dieses Events. Damit Sie danach auch wissen, ob Sie gehen sollen oder nicht. Und Nein, Duisburg lassen wir in dieser Abhandlung aussen vor, die Schweigeminute während des Paradenprogramms (ich rede jetzt von der von Zürich) wird nochmals intensiv genug daran erinnern.

Vor Jahren war ich mal wie Markus Zberg, einfach ohne Drogen, mit dem Fahrrad und dem Vater (und der auch mit Fahrrad) unterwegs. Wir machten sowas wie eine Radtour, vom Engadin nach Luzern, um genauer zu sein. War auch ohne Radlerhosen relativ anstrengend. So anstrengend, dass wir ein Stück mit dem Zug fuhren (ja was glauben Sie denn?!?). Dummerweise war Paradenweekend, also hatte es in jenem Zug relativ viele Menschen, die sich in stundenlanger Arbeit vor einem sich sehr wahrscheinlich vor Lachen kringelnden Spiegel bereitgemacht hatten, und die jetzt im selben Zug nach Zürich sassen wie ich. Von Chur/Sargans/Landquart wherever aus. Mein Vater, damals zirka 55, fragte mich also: Sind das jetzt diese Raver? Und ich antwortete ihm: Ja, das sind jetzt diese Raver.

Diese Geschichte musste aus zwei Gründen erzählt werden: Erstens ist der Event zwar nicht unbedingt nur für diese gedacht, aber hauptsächlich kommen die “Figuren” mit komischen Haircuts, die die Parade dann bevölkern, die mit den übertrieben weirden Hosen, den Stelzen und den Schuhen, mit denen ich in der Bibliothek auch die Bücher im obersten Regal erreichen würde, aus eher unurbanen Gefilden. Sie reisen an die Parade. Und da ich diesbezüglich Luzern-geschädigt bin, feier ich nicht so gerne mit Leuten, die für ein Fest anreisen. Anreisende sind gefährlich, das weiss nun mal jedes Kind. Zweitens aber, und das bereitet mir auf eine Joker-mässige Art und Weise dann auch immer einwenig Angst, haben diese Leute komische Haircuts. Und weirde Hosen und Stelzen und Schuhe mit dicken Sohlen. Ich assoziier mich nicht so gerne mit komischen Haircuts. Oder mit weirden Hosen.

Damit aber nicht genug, denn von der Tatsache, dass eine Parade in Zürich in erster Linie aus unurbanen Teilnehmern mit komischen Frisuren besteht, lassen wir uns natürlich noch nicht abschrecken (hey, ich bin selbst Luzerner. Und von jedem Nicht-Winterthurer, Nicht-Oberländer, Nicht-Wädenswiler, Nicht-Pfäffikoner, d.h. also von jedem echten Zürcher, lass ich mich auch Landei nennen, easy!). Mühsam ist eben drittens auch die Gegenbewegung der “Erlauchten”: Miese Hipsters an verwunschenen Szenespots, mit Hosen zur Penisabzeichnung, komischen und in den nacken gelegten (das ist der neue Szeni-Fag-Shit!) Strandhüten und T-Shirts, die so eng sind, dass sie beim Auswringen an Volumen zulegen. Leute, die mit einer zweimal benutzten Traktor-Version auf dem Compi und einer kleinen MP3-Bibliothek auf dem iPod einen auf “Ich war schon damals 2000 in Berlin voll auf Elektro” machen. Menschen, die sagen, “dort und dort an der Parade ist es eben recht geil, nicht wie sonst!“. Solche Leute gehen meiner Wenigkeit genau so fest auf den Sack. Und wenn sie dann mit dem Armin (nichts gegen den Armin!) im Männerbad über den Paul Kalkbrenner diskutieren, obwohl sie Elektro in erster Linie konsumieren, wenn sie morgens und abends von ihrer Wohnung im Kreis 4 mit dem alten Armeefahrrad (voll Szene!) zu oder von ihrer Arbeit als PR- oder Marketingclown (wahlweise auch Grafiker) fahren, dann bricht aus mir die Galle.

Darum: ich gehe nicht hin. Was mich auch betrübt, denn in Sachen Elektro gäb’s da den einen oder anderen Leckerbissen. Leid tun mir hingegen die Nichtparadenzürcher. Ich kenn das Gefühl von all den Jodel-, Luzerner und ähnlichen Festen, die wir bei uns über die Bühne gehen lassen, wobei der Wisu aus Uri mit seinem Alphorn (n/h) durchaus gewisse Punkte auf meiner Sympathietabelle gutgemacht hat, als er mich erstens in sein Alphorn (n/h) blasen liess und mich zweitens anschliessend fragte, ob ich auch einen Schnupf wolle. Trotzdem: Ich hoffe, Ihr haltet’s durch. Oder geht weit weg. Das ist auch immer eine Lösung. Gruss an die Fasnacht.

In diesem Sinne: viel Spass. Ich will Videos.

Bookmark and Share

Hands Solo – LUX II

Vermischter Schwachsinn No Comments

Ich seh vor meinem geistigen Auge DJs, die mit dem Vorschlaghammer Nägel in die Wand hämmern, damit sie ihre Turntables an denselben hängen können. Period.

Bookmark and Share

Kanye West – See Me Now

Vermischter Schwachsinn 4 Comments

Meine Damen und Herren, erstens bin ich nach gestrigem Tag im Westen wegen Dissertation heute busy wie ein Mitdemmamischlafer, und zweitens haben meine letzten Einträge zu wenig Comments generiert, so dass ich auch beleidigt bin und unter dem Bürotisch mit den Businessböden (O-Ton Ivica Dalovic aka McLovin’) auf dem Marmorfloor das Rumpelstilzchen mache. Jedenfalls: Anstelle von viel Text gibt’s die neue Single vom alten Kenei West, sie heisst See Me Now, von dem Album, das auf den Namen “Good Ass Job” nicht mehr auf den Namen “Good Ass Job” hört, wie Kanye via Twitter verraten hat. Neuer Name noch unbekannt, aber egal, das wird mörderisches Kino. Link zum Song hier:

http://usershare.net/hr9k4449dvql

Edit: Boat shoes. Priceless.

Bookmark and Share

Hands Solo – LUX II

Vermischter Schwachsinn 1 Comment

Meine Damen und Herren, ich bin heute geschäftlich im Westen und belasse es darum bei einer kleinen Info:

Am 21.8. bringt der Mann Hands Solo den Nachfolger des legendären LUX-Mix’, also LUX II, auf den Markt bzw. aufs Netz. Dann dürfen sich DJs im In- und Ausland wieder fragen, was sie genau falsch machen und wie weit der Weg bis zur Spitze noch ist. Kostprobe:

Ist da nicht mal der Discoking des CH-Rap draufgesprungen wie Sonic the Hedgehog?

Bookmark and Share

« Previous Entries Next Entries »

WP SlimStat