Retweeting
May 27, 2011 Vermischter Schwachsinn No CommentsRT @dacockpithandssolodrank Ja, hab noch ein paar Plastiken übrig. Wenn Stress nur einen Beat nähme, könnte ich mich von diesem billig-hintern-Sofa erheben.
RT @dacockpithandssolodrank Ja, hab noch ein paar Plastiken übrig. Wenn Stress nur einen Beat nähme, könnte ich mich von diesem billig-hintern-Sofa erheben.
Sagen wir es so: wenn alles, was ich bis jetzt jemals angefangen habe, nicht klappt, das heisst wenn ich wider Erwarten nicht mehr Profifussballer werde (Assessment: sehr wahrscheinlich), sich dieser idiotische Schweizer Rap doch niemals mehr verkauft (Assessment: mehr als sicher), ich niemals professionell bloggen kann (Assessment: Wer kann das schon?), mein Buch der grössere Flop wird als Wall Street, mein Anwaltspatent ein Traum bleibt und ich mir niemals bei der SWISS den Direktflug nach L.A. als Doktor (“Grüezi, Herr Dr. Wälti”) werde reinziehen können, dann habe ich ab sofort den Überplan B:
Ich werde Houser. Nicht so ein technoider Trommelspacko, der sich daran ergötzt, wie in irgendeinem Berliner Dreckskeller nach sieben Minuten Trommelschläge-in-die-Fresse irgenwo eine Hi-Hat reinkommt, nein, so ein frontzahngebleichter, seitenbescheitelter, melodischer Vollhouser, nicht Typ Rotterdam, sondern Typ Saint Tropez, mit Schlarpen und knapp unter den Lachs geschnittenen, kurzen Hosen oder den engen, langen grauen und neuem Sonnenbrillenwerk aus Japan, einfach weil’s das hier nicht gibt (hab nachgeforscht). Da stehe ich dann, trage Flanellhemd, einen Knopf zu, Rest offen, darunter die V-Neck-Ralph-Laurens, die zeigen sollen, dass ich meine Wurzeln nicht vergessen habe, denn der Weezy trägt die ja auch. Und dann kann der Karriere eigentlich nichts mehr im Weg stehen, denn das Mixen beim House ist ja relativ einfach. Der Hands sagt zwar, beim House drehe sich alles um Timing, aber mal ehrlich, wenn ich mir die youtube-Videos von den Typen angucke, dann sollte das kein Hindernis darstellen: Ich lade mir bei Beatport so zirka zehn von diesen 7-Minuten-Hymnen runter, nur schwedischen Shit selbstverständlich, ist genau mein Ding, dieses Schwedenblech. Rauf auf die Bühne und in die Booth, CD rein (Platten sind mir zu schwer, ich reisse mit Männerhandbag), Fader hoch, Fäuste rauf, Flanellhemd locker im Bühnenwind (der läuft noch vom Mr. Big Konzert von vorletzter Woche, denn ich befinde mich in so einer neucoolen Stadt, sagen wir in Vancouver, da sind melodischer Poprock und meine Blechsets die einzigen Schreie überhaupt), Augen gross vom Jetlag (Ausreden gibt’s immer), dazu einwenig Grinsen und die Porzellanfronties zeigen, und wenn die Meute unten ausrastet, lässt man sich zuerst mal fünf Minuten gehen und verliert sich in irgendwelchen Transitionen, die einem das Blut zwischen die Beine laufen lassen, bevor man sich dann langsam aber sicher (man ist ja schliesslich bei der Arbeit, nicht wahr!?) daran macht, irgendwann innerhalb von eineinhalb Schlussminuten, während denen bei jedem Housesong nur noch der Drumloop läuft, beim andern CD-Player drei-, viermal den nächsten Song richtig anzutimen und dann von diesem Song die erste Minute, die ja ebenfalls nur aus Drumloop besteht, auf den anderen Drumloop zu legen. Fader rüberziehen, einwenig daneben ist auch drauf, Hauptsache es geht zackig, dann kann man schneller wieder abfeiern, und schon ist die Faust wieder oben, und dann heisst’s warten, bis die weggeflashte Meute unten begreift, warum DJ Big Märu aka Märusson (mein schwedisches Aka!) schon wieder mit der Rechten so eine Masturbierbewegung in die Luft zaubert. Und dann alles wieder von vorne. Bei zehn solcher Hymnen sollte ich so ein gutes 45-Minuten-Set hinkriegen.
Wenn ich das jetzt so durchlese, hätte ich gleich das versuchen sollen.
- Ich hab da Warm-Up gemacht und den Leuten mal ordentlich eingeheizt.
- Ich hab die da voll heiss gemacht auf die Show nachher.
- Du, ich hör so einwenig von allem was, weisst Du, also meistens Radio.
- Kennst Du dieses eine Lied, das geht so lalalalalala, geht voll ab, weisst welches?
- Du rappst? Rapp mal!
- Hey Schüür, hend Ihr Bock uf ZeeeHaaa-Rap?!
- Der Song ist voll der Burner.
- Wir ziehen einfach unser Ding durch.
- Also für mich steht der X für eine total eigene Sparte.
- Weisst Du, so wie wir das machen hat das vorher keiner gemacht, darum müssen wir auch gegen so viele Barrieren kämpfen.
- Dicke Beats.
- Da hat’s megaviel Representer drauf, aber auch ein paar nachdenkliche Songs.
- Representer-Tracks.
- Crew-Tracks.
- Doppelreime.
- Representer-Tracks.
- Ich hab mal was für meine Stadt geschrieben.
- Die Platte/dieser Song/diese Strophe ist nur für meine Jungs. IHR WISST WER IHR SEID!
Hoi zäme! MC Böööli mal wieder hier, mit einigen Neuigkeiten für Euch, meine Fans und Leser. Zuallererst mal folgende Eilmeldung: “Tüüfs Züüg für d Lüüt vo üüs für üüch” ist endlich im Kasten, gestern haben Grenzde und ich die letzten Aufnahmen (man sagt dem Takes) bei Lega im Zimmer aufgenommen, das war recht mühsam, weil die Mutter von Lega (das ist die, die den Lega eigentlich zur Musik gebracht hat), am Nachmittag vier Freundinnen auf Besuch hatte und die alle recht laut die neue Single vom Adi Stern auf Radio NRJ mitgesungen haben, so dass wir in Legas Zimmer fast keine sauberen Aufnahmen hingekriegt haben. War noch witzig, den ”Amerika”-Chorus im Hintergrund von Grenzdes Strophe zu hören, wir entschieden uns dann aber, die Aufnahme nochmals zu machen, wegen der Urheberrechte vor allem. Schlussendlich gingen die Freundinnen dann aber heim, und wir nutzten die Zeit bis zum Abendessen für die letzten paar Strophen, die noch offen waren. Jetzt ist Lega dabei, das Zeug zu mixen. Er hat sich sogar überlegt, dazu ein Buch zu kaufen, so ernst nehmen wir dieses Hip-Hop-Ding. Es gibt so eines, das heisst “Hip-Hop-Mixen für Dummies”, ist im Moment Aktion im Bücherbrocki, voll geile Sache.
Daneben habe ich aber auch für unsere Promotion einiges investiert: ich hab mal mitgekriegt, dass Künstler heutzutage auf allen Ebenen präsent sein müssen, sonst kriegt man das mit der guten Promo nicht hin. Medienpräsenz heisst das Stichwort, man muss überall präsent sein, dann geht den Leuten der eigene Name nicht aus dem Kopf und dann kaufen sie mehr CDs und kommen zu den Konzerten. Wir haben da kurz braingestormt und sind auf die Idee gekommen, dass wir unser Business ebenfalls verbreitern müssen: ich schreibe jetzt noch einen Blog daneben (das ist wirklich voll easy Arbeit, kann jeder), und Grenzde, der schon früher mal drei Wochen B-Boy war, der hat jetzt damit wieder angefangen. Lega kreiert derweil mit dem MS Paint unseren Merchandise. Legas Schwester macht die Lehre bei so einem Siebdrucker, dort können wir das Zeug easy produzieren. Momentan machen wir vor allem T-Shirts für die Fans und evtl. auch noch so bestickte Flexfit-Caps, einfach für die Band selber, das ist dann superlimitiert, das Zeug. Natürlich müssen wir auch daran arbeiten, die Sachen dann alle zu den Fans zu bringen, aber das ist heutzutage ja nicht mehr so schwierig, mit Twitter, mit Facebook, mit eigener Website etc. Da machen wir dann auch einen Shop rein, und schon kann man unsere Sachen kaufen. Man sieht: wir greifen auf allen Ebenen an. Marketing halt.
So, genug geschrieben. Grenzde ruft mich gerade an, er findet den Link zu diesem Headspin-Tutorial nicht mehr. Ihr seht: wir sind beschäftigt. Bis zum nächsten Mal.