Too Many Bloggers, Not Enough Data Space

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Friede, Freude, Eierkuchen im Frühjahr 2011 – Zeit, den Frieden kurz zu unterbrechen und zumindest eine Online-Flugverbotszone zu installieren. Ich habe mich an dieser Stelle schon einige Male darüber ausgelassen und mich auch aufgeregt und bin zum Ergebnis gekommen, dass Web 2.0 und die anderen Undinge dieses Universums solche Tendenzen fördern, aber nichtsdestoweniger: Umstände akzeptieren ist das eine, darüber zu schweigen das andere.

Irgendjemand, ich glaube es war so ein New-York-Oldschooler (LOL), hat mal den Satz “Too Many MCs, not enough Mics” vom Stapel gelassen. Tatsächlich ist es aber so, dass jede halbwegs normale Apfel- und inzwischen auch Windows- und sonstsowieso-Kiste ein Mic vorinstalliert hat – die Qualität lässt zwar zu wünschen übrig, aber es ist trotzdem eine Einladung an relativ zufällige Figuren, ihrer eigentlich nicht vorhandenen künstlerischen Ader Luft zu verschaffen und den selbst produzierten Schwachsinn in den digitalen Äther hinauszugiessen. Inzwischen gibt es in den Lagerhallen in Irland (was geht, Dell) und in den Lagerhallen in woauchimmer und auf  Taiwan so viele Mics, dass gewisse Figuren, deren Vater auf den Namen Zufallsgenerator hört und die ihr Leben im Shufflemodus leben, das Gefühl haben, sie seien jetzt gefragt, denn Mics hätte es eher genug oder sogar zuviel, also könne es doch auch wieder MCs vertragen. Die Leute, so scheint es, lassen sich weniger von einer inneren Stimme, von einem Drang zum Ausdruck, als vielmehr vom Vorhandensein der technischen Möglichkeit zum Ausdruck inspirieren – gäbe es keine Variante, für CHF 300.– und einen Myspace-Account für lau sich selber eine Plattform zu verschaffen, hätten 99% der Newbies es auch gar nie als notwendig erachtet, ihre Kunst (das Wort Kunst kommt auch von Können, by the way) dem Netz zu überlassen. Leider Gottes führt diese Tendenz dazu, dass 99% des releasten Schwachsinns genau in diesen Ordner, nämlich in den Schwachsinns-Ordner (das ist der Papierkorb) gehört, und das führt wiederum dazu, dass die tatsächlich guten Leute, die, die es auch ohne die technischen Möglichkeiten der Neuzeit für notwendig befunden hätten, ihrer inneren Stimme Ausdruck zu verleihen (und sei es nur in einem Jugendzentrum oder so), weniger Fokus und Aufmerksamkeit kriegen, als sie eigentlich verdienen, weil daneben irgendwelche MCs, die jetzt auch ein Mic haben, die spärliche Freizeit des Konsumenten aufbrauchen.

Auf die hier interessierende Welt des Bloggings umfunktioniert: Die Leute, die wirklich gerne schreiben, die auch schreiben können und die ihre Kunst verfeinert und Jahre daran gearbeitet haben, also die, die im Falle des Nichtvorhandenseins des Internets in Form von Büchern, Aufsätzen oder ähnlich Lesenswertem von sich reden gemacht hätten, kriegen weniger Shine, weil zu viele Leute, die eine Tastatur am Compi haben, auch das Gefühl haben, diese bedienen zu können und bedienen zu müssen. Also check yourself, liebe Leute: Nur weil Euch der Designer Eurer neuen Website am Telefon mal gesagt hat, es gebe da jetzt auch noch so Blogs, und das sei mega-einfach in Eure Oberfläche zu integrieren und so, ist das längst kein Grund, dieses wunderbare Tool dann auch zu installieren. Nur weil Ihr die technische Möglichkeit habt, was zu schreiben, heisst das nicht, dass Ihr auch schreiben müsst. Dafür gibt’s andere, die das gerne und mit Leidenschaft und schon lange tun. Und wenn Ihr damit beginnen wollt, dann tut Brett-Easton-Ellis-verwöhnten Augen wie den meinen (n/h) den Gefallen und arbeitet zuerst mal ein paar Jahre mit einem Skizzenbuch, einem Aufsatzheft, und kommt dann online an, wenn sich Euer Zeug zu lesen lohnt und Ihr begreift, dass Satzbau mehr ist als auf Baustellen herumhüpfen. Bloggen genauso wie Musizieren genauso wie Einradfahren unterscheidet sich nämlich von einer lockeren Wasserballveranstaltung im Club Med in Sharm-el-Sheikh: Es ist grundsätzlich zwar eine JeKaMi-, aber keine JeSoMi-Veranstaltung. Will heissen: Jeder kann. Aber nicht jeder soll. Feel me?

So, man darf wieder fliegen.

Lil’ Wayne – Tha Carter IV

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Was für die Agenda: Tha Carter IV, eines der Werke, auf das wir 2011 durchaus warten, soll am 16. Mai 2011 rauskommen. Ach nee, es ist ja 2011, vielleicht kommt’s auch früher. Oder viel später. Der kleine Wayne hat selber den 16. Mai angesagt. Aber eben.

MC Böööli erklärt Haters

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Hallo Welt, MC Böööli hier. Ich hoffe, Ihr hattet ein gutes Weekend, wir waren einfach zwei Tage lang in unserem Rüümli und haben auf alten 90er-Instrumental-Platten ein bisschen Freestyles gerappt, und als wir mal einwenig ermüdet waren, war auch schon Samstagabend, da hatten wir einen kleinen Auftritt, wir haben nur drei Tracks gespielt und die Abmischung war auch nicht wirklich geil, und Gage gab’s auch keine, aber sonst war’s supereasy.

Jedenfalls machen wir hier mal weiter in unserem Hip-Hop-Lexikon: Heute erkläre ich den Begriff Haters. Der Griot, dieser Rapper aus Basel, hat mal gesagt, wer Haters habe, der habe es geschafft, und damit hat er natürlich Recht, denn Erfolg, das ist leider so im Leben, provoziert immer auch Neid. Und wenn jetzt also wir, d.h. der Grenzde, der Lega und ich, mit “Tüüfs Züüg für d Lüüt vo üs für üüch” Erfolg haben, dann gibt es immer auch andere Rapper oder Aussenstehende, die einem diesen Erfolg dann nicht gönnen. Dann beginnen sie quasi, einen zu hassen. Und weil Hass auf Englisch eben Hate ist, ist einer, der einen hasst, ein Hater. Wer also Erfolg hat, der hat automatisch Neider und damit Haters. Der Griot hatte also damit durchaus Recht: wer Neid erzeugt, hat Erfolg.

Nun ist es im Schweizer Rap aber wichtig, zu sehen, dass es nur schwarz und weiss und keinen Platz für persönlichen Geschmack gibt. Also insbesondere aus Perspektive der Künstler selber. Die Möglichkeit, dass man mal einen schlechten Song gemacht hat, oder auch die Möglichkeit, dass man einfach den Geschmack von jemandem nicht trifft, muss man konsequent ausschneiden. Wer einen nicht feiert (also gut findet), der ist automatisch ein Hater. Als erfolgshungrige Rapper, die sich davon vielleicht auch mal den Anna’s Best Kartoffelsalat XXL kaufen können und wollen, müssen wir alle mit Selbstbewusstsein an die Sache rangehen (ist dann auch sehr wichtig für die Battles und so), und darum gehen wir alle davon aus, dass unser Zeug grundsätzlich super ist. Also ist der, dem es nicht gefällt, grundsätzlich auf dem falschen Dampfer und damit ein Hater. Das ist sehr zentral, auch, weil es im Schweizer Hip Hop um relativ viel Geld geht. Wenn man diese Weltanschauung grundsätzlich mal verinnerlicht hat, also dieses Schwarz-Weiss-Denken, dann hat man als Rapper nämlich den Vorteil, dass man immer nur das ehrliche und direkte Feedback seiner engeren Freunde (Homies genannt) kriegt, welches meistens voll des Lobes ist. Auf dem kann man dann aufbauen, auch für die Zukunft und die grössere Massentauglichkeit der Lieder. Somit ist dieses Denken eine totale Win-Win-Situation, und das wollen wir ja alle, dieses Gewinnen ist uns wichtig.

So, genug erklärt für heute. Momentan arbeiten wir an unserem Facebook-Profil. Das ist wichtig, um mit den Fans in Kontakt zu bleiben. Darüber schreibe ich dann ein andermal. Gruss, MC Böööli

 

Aus der Reihe “Killerfilmzitate”

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I’d like to…I’d like to say something…something I prepared. Tonight…

Hello,

How about that ride in? I guess that’s why they call it Sin City (hahaha)

You guys may not know this, but I consider myself…a bit of a loner. I tend to think of myself as a one man wolf pack. But when my sister brought Doug home, I knew he was one of my own. And my wolf pack, it grew by one. So were two…so there was two of us in the pack. I…I was alone first in the pack, and then Doug joined in later.

And 6 months ago, when Doug introduced me to you guys. I thought…wait a second, could it be. And now I know for sure, I just added 2 more guys to my wolf pack. 4 of us wolves running around the desert together, in Las Vegas looking for strippers and cocaine. So tonight, we make a toast!

Legendär. Alan in the Hangover.

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