Es muss weitergehen!

7:00 am Vermischter Schwachsinn

Meine Damen und Herren, die CH-Rap-Diskussionen, die einigen sich ebenfalls für zu wichtig haltenden Leuten sicher schon arg auf den Geist geht, muss in die nächste Runde gehen, denn: Der Mann Dabu, seines Zeichens Frontmann von Dabu Fantastic, hat hier auf meine Bitte eine Replik zum ganzen Thema verfasst:

http://youngandfantastic.blogspot.com/2010/03/gedanken-zur-generation.html

Einen Text, den Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich unbedingt zu Gemüte führen sollten, denn er widerspiegelt auf eigentümliche Art und Weise und, wie ich glaube, ohne das eigentlich zu wollen (no offense, Herr Dabu!;-)) genau meinen Gedankengang:

Wir sind uns alle einig, dass die Schweiz ein kleiner Musikmarkt ist. Ebenso einig sind wir uns also, dass jemand, der kommerziell erfolgreichen Rap Musik (und nicht nur für sich und die Crew) machen will, entsprechende Konzessionen eingehen muss, um überhaupt potenziell (und nur potenziell) genug Leute zu erreichen, die das Produkt dann kaufen: wenn ein Ami nur eine Zielgruppe erfasst, die dumm wie Brot und zwischen 18 und 22 ist, dann kann man damit immer noch easy Platin gehen. Wenn man in der Schweiz nur die 18- bis 22-jährigen anspricht, ist es bei der Vielzahl der Geschmäcker schon fast unmöglich. Sprich: Wer in der Schweiz gross werden will, der muss von 12 bis 45 alles abdecken, und am besten noch von Hip Hop bis Luftgitarre. Das machen in der Schweiz aber nur zwei Rapper, nämlich Stress und Bligg. Bis hierhin scheint alles logisch, aber jetzt kommt die in meinen Augen entscheidende Wende im Vergleich zu Dabus Äusserungen:

- Es stimmt, dass viele zu schlecht sind, aber da unterscheidet sich Rap kaum von anderen Musikrichtungen. Nur, und das sagt Herr Dabu ja auch, ist es bei “uns” so, dass jeder sich an ein Mikro wagt, während man für andere Musikstile “mehr” mitbringen muss: man muss Gitarre spielen können, man muss singen können etc., IRGENDWAS muss man beherrschen, um sich überhaupt zu trauen, das Wagnis von, sagen wir, Rock anzugehen. Bei uns können die meisten nichts, nicht mal texten, und wenn sie ein paar Reime schreiben können, dann – wie wahr, Herr Dabu, wie wahr – sagen sie nichts, zumindest nichts, mit dem sich die Leute identifizieren können. Nur: Aus dieser Logik heraus resultiert zwar, dass es bei uns viel (evtl. mehr) Bullshit gibt als in anderen Genres, es resultiert daraus aber NICHT, dass die wenigen, die gut sind, nicht trotzdem wirklich was reissen könnten. Womit wir wieder bei meinem Uransatz wären: würde jemand für den ganzen Dreck, z.B. immer der “Stammeshäuptling” in seinem Stamm Indianer, eine Art “Filterfunktion” wahrnehmen und aus den zehn wollenden Kiddies mal die, die nicht können, rausstreichen, und würden die restlichen 3 Kiddies dann musikalisch geleitet und erzogen, so bin ich mir sicher, dass der Output an erfolgreichen und respektierten Alben trotzdem grösser wäre als jetzt, egal ob jetzt Platin oder “nur” 10’000 Einheiten (was schon seit ewig niemand mehr gerissen hat ausser den üblichen Verdächtigen und Sektion Kuchikäschtli und Gimma. Im Resultat ist also die Masse an Bullshit nicht entscheidend, sondern der Filter. Und den gibt’s leider nicht. Ich bin totsicher (ernsthaft jetzt), Bligg könnte aus einem random Top 20 Schweizer Rapper innert eines Jahres einen Star machen, und das durch blosse musikalische Erziehung. Nur findet diese eben nicht statt, und zwar praktisch nirgendwo.

- Dabu spricht die Notwendigkeit musikalischen Brückenschlagens an: um kommerziell erfolgreich zu sein, muss man musikalische Brücken schlagen zu anderen Stilen, weil man sonst die oben erwähnte Massentauglichkeit gar nicht erreicht (sprich: weil für Spartenmusik in der Schweiz zuwenig Fans vorhanden sind). Das scheint mir als Musiker wie als mein eigener Manager sehr einleuchtend, und das hat auch niemand bestritten: Ich bin der letzte, der mit seiner grundsätzlich discoiden und uptempo-Musik-fühlenden Art sich solchen Einflüssen gegenüber verschliessen würde. Jedoch, gemessen an mir selber: Die Discosachen sind in erster Linie von Musikliebhabern (und also auch der Presse) geschätzt worden, die Kiddies hingegen fanden’s zwar zum Teil ganz cool, aber viele verzettelten sich mir gegenüber entweder mit der Bitte nach alten Drumloops (weisch so wie Premier! LOL!), wieder andere wollten den dreckigen Süden, und die dritten hören jetzt eh Pitbull und Gabber-Techno oder so. Brücken schlagen alleine reicht eben noch nicht, es muss daraus ein generationsprägender Sound entstehen. Auch das ist eine Frage der “Campbildung”: Gäbe es in der CH unterhalb des Levels von Bligg und Stress klare Strukturen, das eine Camp geht in Richtung Atlanta, das andere hält es New York, das Dritte fährt gepitchte Stimmen und Lagerfeuerromantik und irgendwer macht noch den Blumentopf für Helvetien, dann würde die Sache nicht so ausarten. Was wiederum Dabus letztem Punkt Recht gibt: wir sind VIEL ZU VIELE! Aber: wir sind nicht in erster Linie zu viele, sondern diese vielen sind zu random und zu unstrukturiert und bleiben darum auf dem Level der immergleichen, nichtvorhandenen Durchschlagskraft. Es ist z.B. in meinen Augen absolut unglaublich, frustrierend und gleichzeitig sinnbildlich, wie zwei meiner regelmässigen Leser und Kommentierer (Grüsse an die Herren Saschino und Kurt Diggler) bei der Zusammenstellung einer imaginären Artistlist für einen 20 MCs umfassenden Sampler ABSOLUT KEINE SCHNITTMENGE aufweisen!?! Das ist kein Vorwurf an die Herren, aber es zeigt im Kleinen, woran wir kranken: Wenn zwei sich mit der Thematik offensichtlich auseinandersetzende Menschen sich bei der Breite von 20 Rappern in diesem Kleinland nicht bei einem EINZIGEN einig sind..

Im Ergebnis läuft diese ganze Abhandlung wieder auf mein ursprüngliches Argument hinaus: die Alten haben uns zuwenig geschult, uns zuwenig geführt, und wir sind zum Teil selber schuld, weil wir keine Führung erbeten und/oder angenommen haben. So entstanden aus vielleicht 10 Rappern mit einem bisschen Erfolg (mind you, und das ist ja aus heutiger Sicht ganz krass: bei der Bligg’n'Lexx-”Nahdisnah”-Plattentaufe waren die Arsonists VORGRUPPE (no kidding!) von Bligg und Lexx!!!) gefühlte 5000. Aber von denen, und ich bin leider Gottes einer von denen, bleiben 99.9 Prozent im Normalfall unter 1000 Verkaufseinheiten pro Album. Leider Gottes. Die Lösung ist offensichtlich, und ich schreie es laut:

Bligg/Stress/Rennie (oder Herr Sacchi von den SMAs Universal): ich bin ein Star, holt mich hier raus!

So, das wär’s für heute… Genug Gedankengänge für ein paar ordentliche Comments, wie ich hoffe…

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35 Responses

  1. Youngster Says:

    Auch wenn ich deine Gedankengänge bestens nachvollziehen kann und eine solche Entwicklung durchaus auch begrüssen würde, bin ich skeptisch.

    In D-Land konnte weder Savas, Bushido, Samy noch Azad, ihre eigenen Leute aufbauen.

    Das Problem liegt glaub ich daran, dass diese Leute es einfach nicht fertig bringen aus dem Schatten aus ihrer Chefs zu springen.
    Der Grund ist auch ganz einfach: Wenn ein Artist bei Deluxe unterschreibt, ist zu erwarten, dass es ein Samy-Feature geben wird. Wäre der Artist aber nicht bei Deluxe, hätte das Feature für viel mehr Aufsehen gesorgt.

    Das Rezept aus den Staaten sieht glaub ich so aus, dass der Junge selbst schon was gerissen haben muss, bevor es sich lohnt ihn aufzubauen.
    Beginnt der Prozess vorher riskiert mann das der Junge zu früh verheitzt wird und vorallem bevor er seine Eigenständigkeit gefunden hat. Wie wir wissen braucht es ein paar Jahre bis mann seinen eigenen Stil, seine musikalische Vision erblickt hat.

    “Everyone got a deal, I did it without one” So in etwa sollte es aussehen. So macht man Superstars, ansonsten bestenfalls One-Hit-Wonders.

  2. emm Says:

    @Youngster: Mag sein. Nur: Auch Drake hatte und hat Wayne…

  3. dabu Says:

    Unterschreibe jede deiner Ergänzungen und bin absolut sicher, dass Bligg oder Stress einen Top-20-ARtist aufbauen könnten…problemlos. Wenn sie das wirklich wollen würden. Eben, du schreist laut, ich schreie laut! Aber ich bin sicher, da wird was gehen! Nur weiterschreien ;-)

  4. Youngster Says:

    Ja schon, aber er hatte den Buzz schon vorher. Mit wayne’s Hilfe und Unterstützung konnte er dann so etwas wie so far gone machen und seinen Buzz maximieren. Ich glaube der hatte das Charisma und seine Vision schon bevor wayne kam..

  5. Youngster Says:

    Hat Stress das nicht auch mit Nega versucht? Und versucht es jetzt mit M.A.M?
    Gerade das Beispiel mit Nega sollte eigentlich zeigen, dass es halt doch nicht ganz so einfach sein wird..

  6. emm Says:

    @Youngster: Nein, stimmt nur bedingt. Wayne hat Drake auf das Level von heute geführt. Dass er schon vorher talentiert war – keine Frage. Das wäre ja aber auch in meinen Erklärungen drin, nämlich, dass man die schlechten sowieso ausschneidet, bevor man mit den guten was macht.

    Und ja, Stress hat es wohl versucht, evtl. haben auch Baze, Greis und Gimma die eine oder andere Platinplakette an der Wand, weil Stress sie mal gefeaturet hat, aber es muss eben konsequenter gemacht werden! Bei M.A.M. ist er übrigens an diesem Erfolg ziemlich nahe dran, insbes. in der Westschweiz. Und dort braucht’s nur 7500 Einheiten für Goldstatus… Wenn M.A.M. das also mal schafft, dann stimmt meine Theorie durchaus… ;)

  7. Saschino Says:

    @Emm: Weisst Du, vielleicht wären Kurt und ich uns sogar einig geworden bei mehreren Artists – nur, Kurt (so habe ich das verstanden) hat mit seiner Liste meine zu ergänzen versucht. Nicht ersetzen. Aber das ist nur eine kleine Randnotiz.

    Was ich schon mal erwähnt habe hier:
    Man kann einen Newcomer noch so aufbauen wenn der (oder auch selbstverständlich ‘die’) keine Eigenständigkeit hat und kein Charisma dann wird nicht viel gehen.

    Nega ist eine schwache Kopie von Stress.

    Und im Zeitalter von iPods nützt ein Stress-Feature nichts zu Gold. Da kann ich mir nämlich auch nur den einen Track im iTunes holen.

  8. emm Says:

    @Saschino: Oh, okay. Wie gesagt, war nicht böse gemeint. Aber selbst wenn: die Ergängung zeigt die geschmackliche Vielfalt und offensichtlich wenig aus dieser Masse Herausstechendes (bzw. das sind ja schon die, die rausstechen).

    Für mich ist Charisma etc. natürlich Voraussetzung dafür, dass einer aufgebaut wird. Ein bisschen was (i.e. Talent halt) muss schon da sein.

    Ich meine damit eine Goldplatte, die z.B. Baze für das Stressalbum kriegt, auf dem er war. Einfach als Mitwirkender. Ein Stress-Feature auf einer anderen Platte nützt wenig, das ist wahr. Aber Features auf der Stress-Platte nützten evtl. was: http://www.cede.ch/de/music-cd/frames/frameset.cfm?aobj=758737
    Dazu Touren mit dem Typen etc. Hey, Nilly hat ja quasi auch so “angefangen”.

  9. Saschino Says:

    @Emm: Ach, das habe ich auch nicht böse verstanden. Kritik ist normal bei Diskussionen. Und sonst treffen wir uns mal in Luzern am Bahnhof ;)

    Und mit der Goldplatte hast Du auch Recht so gesehen, ja.

  10. Youngster Says:

    @Emm: Meine Aussage hat deine nicht angegriffen, nur ergänzt. Aber das hat deine jetzt glaub ich auch nicht;)

  11. Kurt Diggler Says:

    ja da schau an – jetzt wird der kurt schon namentlich genannt in einem post des meisters himself auf dessen blog. nur hat der herr emm die beiträge bzw. den beitrag vom kurt, den er in diesen post einfliessen liess nicht gelesen oder nicht verstanden (wertungen für dieses “vergehen” sind jedem selbst überlassen). aber saschino hat ja alles schon klar gestellt.
    also mein lieber emm, ich weiss nicht, weshalb du so immense entzugs- oder mangelerscheinungen hast betreffend erfolg von schweizer rap. ich hab’s schon ein paar mal gesagt aber sag’s gerne noch einmal: schweizer rap ist erfolgreich wie nie. nein, stress und bligg gefallen mir beide nicht. aber die beiden rappen, oder nicht? (exkurs: inwieweit die herren zu einer allfälligen “szene” gehören, ist eine andere frage). auch der gimma hat gute erfolge eingefahren und wird bald ein neues album droppen. breitbild hat gute erfolge eingefahren und wird bald ein neues album droppen. mal schaun’n, ob die herrschaften an frühere erfolge anzuknüpfen wissen. dann zum dabu und seinen fantastischen: also die sind nun schon eine ganze weile am ball und werden – so wie ich das mitbekomme – auch ausserhalb der “szene” immer mehr wahrgenommen. die gehen ihren eigenen weg, wachsen, und werden, wenn sie am ball bleiben, wohl gute chancen haben, erfolge zu verbuchen, wohl nicht im stile von stress/bligg, aber das soll ja nicht für alle die einzige messlatte sein. oder anders gesagt: dabu fantastic brauchen weder stress oder bligg und können’s trotzdem schritt für schritt nach oben schaffen, dies auch aus dem grund, dass sie genre-grenzen nicht so eng definieren wie andere acts aus der “szene”.
    ich bin mir sicher, dass deine (emm) “ich-bin-ein-star-holt-mich-hier-raus-rezepte” einen dreck bringen.
    aber irren ist ja menschlich, nicht? (ist auch mich bezogen, nicht auf dich emm).
    und noch was: die “szene” braucht keine stars im kommerziellen sinne, waren ja bligg’n'lexx und dynamic duo und so auch nicht, aber die szene war damals mit deutlich mehr (eigen)leben gesegnet als heute. oder um’s in mein verständnis auszudeutschen: damals gab’s noch eine szene, heute gibt’s im besten fall noch verschiedene szenarien.

  12. emm Says:

    @Gegenfrage, Kurt: Was verkauft ein nach Deinen Massen erfolgreicher Act? Und ja, ich meine Verkaufszahlen, nicht Fame im Lokal-Cypher.

  13. Kurt Diggler Says:

    ich haben keinen blassen schimmer, was breitbild und sk evt. gimma oder auch baze verkaufen…. eher 500 als max. 1000 exemplare? aber hey, es gibt ja dann noch die liveauftritte, und breitbild und gimma sind da also schon vorne dabei und auch baze hatte gute zeiten. ich weiss, breitbild sind nicht gerade wenige leute und werden nicht allzuviel bekommen pro nase. aber ich denke einfach, deine anforderungen an erfolg, sind masslos übertrieben. und die jungs von breitbild haben – so denke ich – zumindest ihre kosten gedeckt und riesig spass an der sache, sonst hätten sie sich aus dem geschäft längst zurück gezogen, oder etwa nicht?
    und was sagst du zu meiner “dabu-these”?

  14. Kurt Diggler Says:

    ach ja die meine “dabu-these” wird ja auch durch die erfolge von stress und bligg und auch gimma, sk, breitbild und baze untermauert. die haben’s alle aus eigener kraft geschafft. sieht ja young m gleich (erste comment).

  15. emm Says:

    @Damit wäre ein Teil meiner Frage an Dich schon beantwortet – Dynamic Duo haben damals über 5K verkauft. Quod erat demonstrandum.

    Dabu, wie Du auch hier siehst, ist nicht nur jemand, den ich menschlich wie musikalisch sehr respektiere, sondern auch ein Bloggerkontakt. Meine These ist durchaus, dass die Jungs wahrgenommen werden, aber dass sie – auch sie – viel zu wenig weit kommen für das, was sie machen. Und das liegt nicht an ihnen.

    A propos: Baze ist sowieso eine andere Liga, evtl. der beste Texter, sicher für mich der mit Abstand beste Rapper der Schweiz. Der müsste alleine aufgrund seines Talents Platin gehen.

  16. Birdie Says:

    Ich habe zwar keinen blassen Schimmer von Schweizer Rap, aber ich glaube die Diskussion scheitert an einem kleinen, aber feinen Interpretationsfehler.
    Die Frage ist doch wie sich Erfolg ausdrueckt und ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht warum Verkaufszahlen so wichtig sind (aber die Diskussion hatten wir schon bei den Jahrescharts…). Verkaufszahlen bringen vielleicht finanziellen Erfolg aber das ist fuer mich nicht Erfolg per se… Erfolg heisst Anerkennung zu finden, auch wenn sich das schlussendlich nicht im Portmonnaie bemerkbar macht.

  17. Kurt Diggler Says:

    dd mit 5000?! okay, das erstaunt mich nun doch ein wenig, hat mich aber nicht völlig um. aber ebitte trotzdem quellen.
    also dd ist spoo und shape, auch bekannt aus dem wrecked mob, also auch die beiden hatten lange geduld, haben’s aus eigener kraft geschafft und waren damals in einem umfeld, als die szene noch lebte und kaufte, auch vinyl (nicht unwesentlich der faktor), eigenes akzeptierte ja gar liebte, nicht wie heute, da man nach bushido- und lil waybe-kopien ausschau hält, und itunes/raubkopien etc spielte nicht die rolle von heute. das darfst du nicht vergessen. wegen dabu: gibt den jungs doch bitte noch zeit. du willst stetig mit dem kopf durch die wand. wegen baze: seh ich gleich von wegen lyricist, ist aber eben keine efolgsgarantie, nicht nur hier bei uns.

  18. Youngster Says:

    @Kurt: Ich bin nicht Young M ;)

  19. Kurt Diggler Says:

    hoppla :P

  20. emm Says:

    Ja nicht eine Scheibe alleine, aber die zwei zusammen. Die Quellen sind die Künstler selber, bzw. deren Umfeld.

    @Birdie: Es geht nicht um Platin gehen. Es geht darum, Anerkennung zu kriegen. Und um Geld geht’s schon gar nicht. Aber ich habe das glaub letzte Woche mal ausgeführt, sonst guck Dir die alten Posts mal an (das wird ein Weilchen dauern, ich sag’s Dir! ;) ).

  21. Kurt Diggler Says:

    aha die 2 zusammen also und dann kombiniere noch meine aussage mit dieser erkenntnis et voilà, oder nicht?!
    anerkennung? was ist anerkennung? ein top-ten-chars-platz zwischen ke$ha und bushido moderiert vom stecher nummer eins nik thomi? unrealistische 5000k absatz in zeiten wie diesen? ein video, das von hip hop’s gutem gewissen jubaira bachmann ansagt wird? open frauenfeld kleine bühne sonntag mittag 12 uhr? und hip hop’s runder tisch aka reezer, jubi, eki und bandit diskutiert anlässlich von 10 jahren aightgenossen. mir wird grad übel…

  22. emm Says:

    Dass dir übel wird, Kurt, tut mir Leid. Trotzdem: Nicht die zwei Artists zusammen, sondern die EP und das Album. Und nein, nicht et voilà. Zieh Dir mal diese Zahlen rein, Alter, das sind immerhin pro Mal 2K5! Das macht heute bis auf wenige Ausnahmen keiner mehr. Und ich meine mit heute nicht die letzten 5 Jahre aka Breitbild, sondern die letzten eineinhalb. 2009 hat das niemand gerissen ausser offenbar Nilly.

    Anerkennung ist ein Top 30 Platz. 4K Absatz wie sie offenbar Nilly hat (als einziger aber). Ein Video, das rotiert und auf Youtube geguckt wird. Frauenfeld grosse Bühne um 17 Uhr an einem der drei Tage, preferably Samstag. Und Thema am runden Tisch darf man auch sein. Ob Dir dabei übel wird, Kurt, ist egal, aber das muss man zu erreichen versuchen. Alles andere ist Nasenwasser. Da würde mir alles andere als übel. Dass ich Dir das Wort Anerkennung erklären muss, scheint mir eigenartig… ;)

  23. Kurt Diggler Says:

    schon klar die zwei releases zusammen und nicht die artists, trotzdem “et voilà”, weil du die rahmenbedigungen vom markt einfach ausser acht lässt aka beide augen so fest es geht zukneifst.
    und das wort “anerkennung” musst du mir nicht erklären… ich weiss, wenn man nicht auge in auge diskutiert sind gewisse aussagen schwerer einzuordnen als an der tastatur ;)

  24. emm Says:

    Dieses Marktargument… Stimmt schon, aber damals ging niemand von “uns” Platin… Inzwischen immerhin zwei…

  25. Kurt Diggler Says:

    die sind nicht von “uns”. die gehen kompromisse ein, die ihnen das “unser” etikett entzieht. aber das ist nur meine meinung. und nun muss ich mich wohl zum zweiten mal aus der diskussion ausklinken, weil wir zwei einfach nicht weiter kommen. bis zu einem gewissen punkt, sind wir ja sogar gleicher/ähnlicher meinung, aber dann, zack päng, gehen sie diametral auseinander. vielleicht hat ja jemand noch eigene argumente oder solche, die deine ansichten oder meine untermauern, wer weiss.

  26. Saschino Says:

    @Emm: Und wir sind schon ein 2tes Mal gleicher Meinung:

    “Baze ist sowieso eine andere Liga, evtl. der beste Texter, sicher für mich der mit Abstand beste Rapper der Schweiz. Der müsste alleine aufgrund seines Talents Platin gehen.”

    Jetzt reicht’s dann bald auf ein Bier ;)

  27. Wiggerl Kögl Says:

    Ich kann deine Frustration ob der Verkaufszahlen deines letztjährigen Albums nachvollziehen. Ganz im Gegensatz zu der Tatsache, dass dich “dreifach Holz” offenbar dermassen überrascht/enttäuscht hat.
    Denn die Nachfrage nach CH Rap kam, back in the good old, weitgehend aus der erweiterten “Szene.”, welche mittlerweile schlicht nicht mehr existiert. Diese Szene war in ihren Präferenzen relativ homogen, man war sich über weite Strecken einig, wie ein guter Beat zu tönen hat, was ein guter Text ausmacht etc. und auch wenn man ein Album mal nicht bedingungslos gefeiert hat, man supportete halt. Heute wollen die einen die „alte Drumloops (weisch so wie Premier! LOL!), wieder andere wollten den dreckigen Süden, und die dritten hören jetzt eh Pitbull und Gabber-Techno“, vollkommen richtig. Resultat; CH-Rap wird nicht mehr nachgefragt. Ohne einschneidende Konzessionen an die breite Masse, sprich bitch in der Hook und eingängige Arrangements à la Roman Camenzind, geht man „Holz“ period. Gotta make mamas be like “Ohh! This is good! Who sing this?”
    HipHop ist weit über den Zenit, man ist entweder ein Star und bläst noch mal zum Ausverkauf, oder man tut es aus denselben Beweggründen wie, die Dudes die’s erfunden haben. Wegen der viel zitierten Liebe zur Musik. Je kostendeckend, desto besser. Du machst vermutlich das innovativste Album ever im CH-Rap. Musikliebhaber delektieren sich an den George Duke Samples, und den dopen Baselines, geben aufrichtige Props. Auch für das Konzept, den Flow, die White Collar Shirts, setzt es mad love ab. Was willst du mehr? Was reissen? Da kommst du fünf Jahre zu spät! Gib dich damit zufrieden, nicht so medioker zu sein, wie die anderen so called „Newcomer“, inkl. Nilly!

    P.S Baze for Stapi!

  28. Dillio Says:

    Kurt hat schon recht… Der ganze Musikmarkt und die “Hip-Hop Szene”(die es imho nicht mehr gibt) hat sich grundlegend geändert. Ich habe früher mein ganzes Sackgäld für schwarzes Gold (no racism) ausgegeben, sag mir wer das von den 14-16 jährigen noch macht? Niemand… Nicht mal ein DJ kauft sich mehr Vinyl. Nur noch Liebhaber kaufen sich das auf Platte, was überhaupt noch erscheint.
    Obwohl ich mich nur noch selten an die Plattenteller verirre vermisse ich trotzdem diese Zeit. Ich habe unzählige Schätze(8ti Bahnhof, Fresh Stuff, DD, PVP etc.), die mir niemand nehmen kann, Musik war nicht nur Konsumgut wie heute.
    Ich sehe dass ich wieder in Nostalgie verfalle, weil es damals noch eine lebendige Hiphopszene gab. “Wir” waren weniger, aber es gab eine Szene. Wer sich die Charts 1999 anschaut wird vielleicht mal einen 2Pac oder einen JayZ dort finden, zwischen Britney, Cher und Emilia. Heute ist Rap in den Charts omnipresänt, und auch auf den Handys der Kids. Rap ist Mainstream und der Hip-Hop stirbt aus… und jeder mochte auf den Zug aufsteigen, daher auch die Schwemme an miesen Rappern. Ich sage nicht, dass ich nicht selber früher (und auch heute noch ab und zu) getextet habe, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen irgendetwas veröffentlicht schon nur weil ich nicht die technischen Mittel dazu hatte. Wer nicht das Talent oder die Mittel dazu hatte, hatte nicht die geringste Chance mal aus dem eigenen Keller(aka Rümli) herauszukommen.
    Heute bei der Generation Youtube und Myspace kann im Prinzip jeder Fame erhaschen, und diese Hoffnung haben leider viel zu viele wenn sie unüberlegte Zeilen in ihrem Homestudio(aka PC+Mikrofon) einrappen und bei den Freunden(Homies) auf dicke Hose machen.

    Anyway… Eigentlich will ich mich nicht beklagen, es gibt immer wieder Hoffnungsschimmer am Horizont (z.B Manillio) aber ganz kalt lässt mich das ganze nicht. Ich mag auch viele “neue” Sachen im HH (z.B aus dem Süden) aber es ist halt doch nicht mehr so wie früher(Bünzlispruch Nr.1)

    Frieden aus…

    PS: Soviel ich Bligg seinen musikalischen Erfolg auch gönnen mag, mir war er mit Nadisnah lieber.

  29. emm Says:

    @wiggerl: Thanks a milli für die Blumen. We continuin’, aber das ist ja eh klar. Lustigerweise hat das ganze weniger mit mir (jetzt mit Emm) als Artist zu tun, sondern – irgendwo – halt auch mit uns. Es ist spannend, zu sehen, wie gewisse Leute ungeachtet all dem, was hier gerade geschrieben worden ist in den letzten 8 Tagen, den Rap-Rap-Weg weitergehen (z.B. Bandit), und wie andere das Brückenschlagen versuchen (z.B. ich), aber: nur wenige kriegen es vernünftig hin, und fühlen tut’s eh niemand! ;) LOL, sagen wir es so: gäb’s 50 Idiotenrapper weniger, die je 10 Scheiben verkaufen, und würden diese Leute dann mich kaufen, glaubt mir: auch die 500 mehr nähme bzw. gäbe ich gerne. Anyways. Dass es nicht darum geht, war von Anfang an klar.

  30. Prestige Says:

    Ich hatte nen seitenlangen Beitrag geschrieben & ihn dann doch wieder verworfen – ich mein, über was wird hier diskutiert? Über etwas, dass man “selbst” nicht ändern kann. Da braucht es mehr als nur Wille, Skillz und sagen wir mal “Mut”, da braucht es auch einfach wahnsinnig viel Glück dazu. Wer in der Schweiz richtig erfolgreich sein will, sei es mit Rap oder sonstiger Musik braucht einfach ein “Momentum” und ohne dieses kann man noch so talentiert, noch so gut, noch so akzeptiert sein – und man wird doch nix..!

  31. thieu Says:

    Hab im Beitrag von Dillio gerade gelesen, dass er sein ganzes Geld in schwarzes Gold investiert hat und dieses auch heute noch als seinen Schatz hütet. Ist bei mir genau das Selbe, hab im Moment nicht mal mehr nen Plattenspieler und würde für kein Geld der Welt meine Scheiben verkaufen. Liegt da nicht auch irgendwo die traurige Wahrheit begraben.

    Ich stelle hier mal die verrückte These auf, dass wir alle älter geworden sind, sich unsere Perspektiven verschoben haben, sich unser Anspruch geändert hat und auch unsere Ziele. Ich erinnere mich noch gut daran, als wir damals als wir angefangen haben in unserem Rümli gesessen sind. Wir träumten von Auftritten, von eigenen Beats und Texten. Wir träumten nicht von Verkaufszahlen und Videoclips. Das ist alles erst mit den Jahren dazu gekommen. Ich finde und sei das nur meine Persönliche Meinung, für ein Hobby, was Rap für mich immer war und immer noch ist (vielleicht auch wieder, auch ich habe zwischendurch von mehr geträumt), hatten wir ne verdammt gute Zeit. Wir haben für einen kleinen Kreis Botschaften transportiert, hatten unsere 15 Sekunden Fame im Radio und ein paar Hundert Hände in der Luft.

    Also ich für meine Sternwarte freue mich schon jetzt darauf meinen Grosskindern in 50 Jahren davon zu erzählen, dabei Masslos zu übertreiben (gehört ja schliesslich zum Rap) und ihnen meinen Silberling zu zeigen, auch wenn dieser sich praktisch nicht verkauft hat…

    Aber vielleicht bin auch ich nur desillusioniert.

  32. emm Says:

    @Thieu Ich kenne das Gefühl, weniger mit schwarzem Gold, aber sonst. Ich habe auch nach wie vor das Gefühl, der geneigte Leser merke, um was es mir geht. Es war, wie von DAbu beschrieben, vor allem ein Moment von 500 VIPs und keiner auch nur im Ansatz bekannt, der mich zum Nachdenken bewogen hat, weil aus dieser einst hoffnungsvollen Szene nichts wirklcih entsprungen ist. Das heisst weder, dass ich persönlich frustriert bin (dafür habe ich weiss Gott genug anderes im Leben), noch dass ich darob irgendjemandem einen Vorwurf mache. Was ich einfach sehe, ist, dass wir als “Bewegung” diesbezügilch eher Rück- denn Fortschritte gemacht haben…

  33. Kurt Diggler Says:

    habe meine gedanken nochmals sortiert und niedergeschrieben, ganz ohne nicht sichtbares augenzwinkern und so, wer mag, besuche meinen blog, ‘copy/paste’e hier nicht den ganzen beitrag rein. geht in die ähnliche richtung wie dabu…..

  34. Tommy Vercetti Says:

    zuerst möcht ich mich für mein spätes eintreten entschuldigen und anmerken, dass ich die diskussion sehr gut finde, und auch die beiträge, emm und dabu!

    ich bezweifle aber, dass es eine lösung für das problem gibt… «zuviele» gibts überall und hats immer gegeben, internet macht sie einfach sichtbarer. zu schlecht, naja, hartes geschmacksurteil, das von präferenzen abhängt.

    das land (und v.a. der sprachraum) ist einfach zu klein. und dann kommt halt traurigerweise die entscheidung: man passt sich an grosse trends etc an, oder man macht, auf was man lust hat. manchmal geht das glücklicherweise zusammen, manchmal nicht. in grösseren märkten hat man das vielleicht weniger nötig, weil man mit seinem sound immer noch genügend leute erreicht, um sich sein brot zu verdienen.

    ich für meinen teil begrüss das noch. du verdienst kein geld damit, kriegst nicht viel anerkennung, aber es bleibt eine gewisse freiheit. du machst was du willst, und solange du es machst, weisst du, dass es dir spass machst. weil es sonst keinen grund dazu gibt.

    aber mehr zusammen und weniger gegeneinander wären schon zu begrüssen (man muss sich ja nicht gleich küssen, aber es hätte auch positiven einfluss auf die hörerschaft). deshalb, gehen wir doch mal was trinken in luzern, emm, dann lassen wir wenigstens mal unser gegeneinander geschichte sein.

    holla
    t

  35. emm Says:

    Ah Shit, Tommy, Dein Beitrag kommtmad late! ;) Aber: Ja. Und ja. Und ja. Und ja. Also holler. E-Mail hast Du ja.

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