Epizentrum
March 4, 2010 7:30 am Vermischter SchwachsinnMeine Damen und Herren, das soll keine geschmacklose Metapher auf Erdbebengebiete werden, sondern was viel schöneres: Kann es sein, dass wir hier in den letzten drei oder vier Tagen gerade zum Epizentrum der musikalischen Diskussion in der Schweiz geworden sind? Anlässlich der vielen Leser (ich habe mehr Statistiken als schlechte Politiker in der Arena) und der vielen Comments könnte man es zumindest meinen. Dafür geht nicht zuletzt ein Kompliment raus an Sie, liebe Leserinnen und Leser, immerhin sind Sie das Salz in der Suppe. Für niemanden bloggen und also quasi schriftlich an die Wand pissen könnte ich natürlich auch, aber es macht mehr Spass so, LOL!
Jedenfalls: Es ist lustig, dass ich immer wieder merke, wieviele Leute “da draussen” Musik, insbesondere Schweizer Urbanmusik, aus Spass an der Freude betreiben und aus ebensoviel Liebe zur selben Sache auch kaufen und hypen. Das finde ich nicht nur ehrenhaft, sondern im Gegenteil positivermassen rührend (n/h). Was ich jedoch seit Tagen zu sagen versuche (und mit meiner Message immer irgendwo steckenzubleiben scheine), und was mich extremst aufregt an der ganzen Sache, ist die Tatsache, dass wir als Movement (no Griot) irgendwo zwischen Crew-Gehabe und -gehate steckenbleiben. Ich mache hier definitiv nicht den KRS, das können andere machen, aber: Wir wären die stärksten überhaupt, aber wir sind de facto sehr, sehr schwach, weil ein Teil der Hörer z.B. den Rapper a nicht mag, weil er aus x kommt oder weil er nicht über y rappt oder aber nur über z. Funny enough: ich selber höre mir ja selber längst nicht mehr jedes Album an, weil ich auch nicht in alles Vertrauen habe und längst nicht alles fühle. Die Überflutung des Marktes mit schlechten Sachen trägt dann noch das ihrige zur Gesamtsituation bei, so dass man am Schluss relativ verdrossen konstatieren muss, dass Schweizer Urbanmusik im Moment zwar relativ vielfältig und quantitativ überladen, aber gleichzeitig äusserst konzept- und richtungslos (und, man muss es sagen, häufig schmerzhaft wie Splitterbomben) daherkommt. Genau dort aber (und wir sind wieder beim Thema) hätten junge und talentierte Rapper mehr “Führung” (no Adolf) verdient – Nilly wird von Greis einwenig geführt, die Leute um ihn herum haben alle noch keine Soloalben, und anscheinend (no dissrespect) reicht das nicht, sonst wäre the most talked-about MC der letzten zwei Jahre wohl steiler gegangen. In Züri sehe ich niemanden, der sich um die jüngeren, wirklich talentierten MCs auch wirklich kümmert. In Luzern müssen das Leute machen, die selber auch noch nichts gerissen haben, z.B. ich. In Basel (was geht, Heimat Nr. 2?) weiss ich nicht wie’s ist, aber ich nehme nicht an, dass es dort gross anders wäre (immerhin: Triple Nine zeigen so etwas wie Crewverhalten über versch. Jahrgänge hinweg, und Brandhärd als “Kopf” der Sache haben früher schon mal was gerissen). Das Fazit ist trotzdem böse: Im Schweizer Rap gibt es keinen Plan, keine Anleitung, keine Korrekturschmiede, keine Hilfe. Genau darum zerbröselt alles wie gemahlenes Brot, jeder geht in eine andere Richtung, und ein 16-jähriges Kiddie hat keinen Plan, ob es nun “erlaubt” ist, dem Emmster seinen Discoshit (no cocaina!) UND Semantiks Strassenkampf UND Nillys eher südliche Sachen zu fühlen. Dazu kommt (was ich inhaltlich zwar nicht so schade finde, aber für die Szene ist es halt eben doch zentral): es gibt keine gemeinsamen Hangouts mehr, keine Freestylecyphers (dass ich dieses Wort mal benutzen würde, kommt unglaublich unerwartet), keine gemeinsame Bewegung (und nein, ich meine nicht Unity; Unity ist für Hippies (no Gimma)), nicht einmal mehr Pflichtanlässe – und die, die es gibt, enden wie letzten Samstag. Das Ganze geht überallhin, nur nicht geschlossen in eine Richtung. Nicht mal auf Aight tummeln sich noch so viele Leute wie früher, und schon damals waren die vor allem da, weil sie tagsüber nichts besseres zu tun hatten.
Die Frage ist, was wir (als Movement natürlich) tun können. Und ich glaube, es gibt nur eine Variante: Wir brauchen wieder ein Bewegungsepizentrum, und ich meine nicht renne.ch, auch wenn ich zu weiteren Lesern niemals Nein sagen würde. Jeder von Ihnen allen, liebe Leserinnen und Leser, muss dafür sorgen, dass das nächste Schweizer Rap-Album, das Sie fühlen, von min. zehn Nichtrapfans gekauft wird. Von mir aus sorgen Sie auch dafür, dass zehn Ihrer Freunde diesen Blog kennenlernen, dann werden in Zukunft die Sachen, die hier promotet werden, wenigstens ein bisschen Respekt kriegen. Nur indem wir selber (wir! kein Label, keine Zeitung, kein gar nichts, sondern wir selber!) den Hype um uns selber zusammen vergrössen kommen wir auf die Landkarte, und so wird unser Ding dann auch entsprechend unverfälscht wahrgenommen werden können, ohne dass wir Hits nach Formel schreiben und die Sängerinnen die ganzen Hooks übernehmen lassen müssen. Dass das nicht für Platin reicht, liegt auf der Hand. Aber eben: die anderen Kompromisse zu machen, dazu sind eben nicht alle bereit.
Für andere Lösungsvorschläge wartet wie immer die Commentbox… Der Schreiber dankt.



March 4th, 2010 at 8:54 am
Schweizer Rap ist doch einwenig, wie Schweizer Fussball! Grosses Potential, aber um ganz vorne Mitzuspielen reicht es oftmals, auch unter professioneller Führung, halt nicht. Nur einzelne „Talente“ schaffen dann den Sprung auch nach ganz vorne. Ich weiss nicht, ob deine Lösungsansätze etwas an der Gesamtsituation ändern würden.
All das, was du hier „proklamierst“ tue ich bereits, ich spamme all meine Leute mit den neuen Alben zu, welche ich Kaufe – ich widme meine Facebook-Stati neuen Releases, gratis Downloads usw. usf. Feedback ist zwar meist durchaus positiv, doch gekauft wird’s dann doch nicht. „Ach schwiizer Rap, nei – chaufe würis nie, aber hey tönt gar nöd mal so schlächt!“, und ähnliche Kommentare sind der bittere Alltag. Viele Leute haben wohl ein Problem damit, Schweizer Rap auch „cool“ zu finden. Vielleicht ist das ja auch der Punkt an dem man ansetzen müsste?
Keine Ahnung, man sollte CH-Rap viel „omnipräsenter“ machen. Es sollte auch „selbstverständlicher“ werden, Schweizer Musik im Allgemeinen, gut zu finden. Ich mein hey, Amis hören auch zu 99,9% Musik die in IHRER Muttersprache geschrieben ist – warum geht so was bei uns nicht? Ich denke, da fehlt halt Herr und Frau Schweizer generell ein bisschen das Bewusstsein dafür.
Wie aber bringt man die Leute dazu vermehrt CH-(Rap) Musik zu hören? Keine Ahnung! Eine „geeinigte“ Szene, die man (wenigstens) halbwegs ernst nehmen könnte, wäre sicherlich schon ein Anfang. Dann bräuchte es bei den Radios eine strengere Regulierung. Soweit ich weiss ist die Quote, die ein Radio an Schweizer Musik spielen muss relativ tief – korrigiert mich wenn ich falsch liege.
Und zu guter letzt müssten halt die Künstler selbst auch manchmal einen Kompromiss eingehen und vielleicht doch ne „Radio-Single“ produzieren, die vielleicht nicht 100% ihren Vorstellungen entspricht. Nur halt um ins Gespräch zu kommen. Ich mein man hat ja dann immer noch rund 13-14 Song auf einem Album, welche man nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen gestalten kann.Ob’s dann gekauft wird, liegt zu guter letzt halt wieder beim Konsumenten…
Ach, ich bin noch gar nicht richtig Wach! In der Früh schon solche Grundsatzdiskussionen zu führen, unglaublich!
March 4th, 2010 at 9:40 am
@ Prestige
Die Amis hören schon Rap in Ihrer Muttersprache, aber falls wir mal wieder auf die verrückte Idee kommen ein Album auf Walliserdeutsch zu veröffentlichen, ist das für 97 % der Schweiz nicht in ihrer Muttersprache. Ergo nicht Relevant…
Ich hab die Diskussion jetzt die letzten Tage verfolgt und muss sagen, es gibt wirklich ein paar gute Ansätze und tolle Ideen, aber die Schweiz hat halt die Eigenschaft, dass sie alle Kulturen die sie toll findet, sei das Fussball oder Hip Hop einfach adaptiert 1:1 übernimmt und dann in ihren kleinen Massstab runter bricht.
Wenn dann jedes 2000 Seelendorf eine Hood ist und man den Rapper aus dem Nachbardorf nicht fühlt und darum mit jedem aus dem anderen Dorf Beef haben muss, wird die Sache dann schon so überspitzt, dass es die Form von Scary Movie Parodien annimmt. Aber ist halt die Art und Weise wie man in der Schweiz Sachen angeht.
Aber kommen wir nochmals zurück zu den Massstäben, wenn Manillio sein Album 3500 mal verkauft hat, wären dass in Deutschland mit 10 mal mehr Einwohnern auch 10 mal mehr Alben. Dann sieht das dann plötzlich nicht mehr so schlecht aus. Ihr müsst die Schweizer Zahlen auch nicht mit Sido oder Bushido vergleichen, ihr wollt euch hier ja auch nicht mit Stress oder Bligg vergleichen. Aber das sind nur ein paar Gedanken die mir dazu eingefallen sind. Was weiss ich schon…
Gruss aus dem Wallis
Ah und Danke für die Unterhaltsamen Bloggs an emm und prestige…
March 4th, 2010 at 11:10 am
ayayay dann eben doch noch einmal der kurt. also, was du da so von dir gibst, wertester emm, das verstehe ich dieses mal wenigstens zur hälfte. nur wenn du mit dem wort “führung” um die ecke kommst, schaudert es mich dann doch ein wenig, obschon es was hat, nur würde ich dem ganzen nicht den stempel “führung” aufdrücken. also weisst du, bern, zürich, basel, luzern etc etc braucht keine “bezirksführer”. hey, dynamic duo bringt ein neues album. der eki ist fleissig (bald nicht mehr?), in basel geht einiges (triple9, kalmoo (!!), tigerony), bündner sind auch nicht weg vom fenster (breitbild, sk), chlyklass bzw teile derselben sind noch nicht müde/mundtot usw usf. ist denn das nicht sowas wie “führung” (mann, das wort nervt)?!
@prestige: radio-singles?!? aber hallo, was ist denn “stärne” vom neezy? für mich sehr drs3-tauglich, ohne dabei qualitätsabstriche zu machen, und der greis und der baze und so, die sind doch auch radiotauglich. also auf den kleine station, zb bei uns in schaffhausen, laufen die leute ja eh. ich nehme an, in zh, be, lu, aarau etc wird’s nicht anders sein. nein, es muss nicht immer drs3 sein. und – wie schon in andere threads von mir ausgeführt – ausserdem, es gibt bounce. da sind sie alle zu gast. und auch ich in schaffhausen, hatte schon alle zu gast (oder zumindest vor dem mic). sie kamen sogar aus dem wallis und dem kanton waadt nach schaffhausen.
und noch dies @emm wegen dem nicht-rap-fans sollen rap-alben kaufen. also der greis und sk und breitbild werden bestimmt von nicht nicht-rap-fans (super ausdruck, rofl) gekauft und auch deren show werden von nrf besucht. das muss/wird(/soll?!) aber nicht bei allen künstlern der fall sein. macht mich zum krs wenn ihr wollt (ich weiss ja, dass ich der teacher bin), aber: es leben der untergrund! die, die’s aus liebe und leidenschaft machen, ohne komischen kompromisse einzugehen.
wir haben doch “bewegungsepizentren”, die “aktiven” sollten einfach mal ihre scheuklappen abnehmen und sich weniger nach komisch definierten standards richten, als sie dies tun.
na ja, mal wieder gut 10 minuten am tippsen für den emm und seine leserschaft verbrätelt. ich denke, das war mein letzter (langer), weil die leute sollten wohl nun wissen, wie der kurt tickt und tackt.
bOing!
March 4th, 2010 at 11:13 am
ich zitiere mich selber “(ich weiss ja, dass ich der teacher bin)” *schamröte* … ich denke aufmerksame leser haben gemerkt, dass in dieser nebenbemerkung ein NICHT fehlt, die andern haben’s über- oder gar nicht gelesen, lol
March 4th, 2010 at 12:27 pm
@ emm: wieso sagst du, dass die leute aus dem manillio umfeld kein alben draussen haben? hast du “papillon” von CBN gehört? Das ist wohl der beste deutschschweizer Rap release des Jahres 2009. Dieser Junge hätte sogar die “Starqualitäten”, die es bräuchte und die von dir gefordert werden. Diese hat ja nicht mal ein Greis…
Aber hast du schon mal daran gedacht, dass es diesen Leuten einfach relativ egal ist, was so abgeht in ch-musik zirkus?
March 4th, 2010 at 12:54 pm
@Emm: Was würdest Du von einer aktuellen SLANGWARRIORS-Scheibe halten? Ich denke das wöre mittlerweile wieder realisierbar.. Und äusserst interessant sowieso.
March 4th, 2010 at 12:59 pm
@kurt: Es geht doch nicht um die Wortwahl! Was Du hier seit Tag eins tust, ist die Kreativität und den schönen Gedanken und das ich-machs-aus-Liebe-zur-Sache-Gen zu unterstreichen, und das verstehe ich ja! Nur wäre es schön, wenn die, die es offensichtlich aus totaler Liebe zur Sache machen UND talentiert sind, einwenig Schützenhilfe erhielten. Ich weiss nicht, ob Dir das Wort Schützenhilfe besser bekommt als “Führung”, obwohl ich den Ausdruck auch nicht mag (hence die Klammer oben im Text), aber im Ergebnis läuft es auf dasselbe raus. Superalben, die keinen cm weit was reissen, das finde ich persönlich schade. Und da kann man lange den Hippie-Weltballon in der Höhe halten und sich die Platin-Schallplatte für sein Superalbum halt malen, kneten oder zeichnen, die Tatsachen bleiben sich gleich: NEIN, was DU aufzählst ist keine Führung. Wo ist der Chlyklass-Rookie? Breitbild von morgen? Jesus, ich sage das jetzt seit drei Tagen… Die einzigen, die es wirklich machen (und damit meine ich Alben und Mixtapes und whatnot mit den “jüngeren”), sind Triple Nine. Sonst höre ich nichts.
@ch-rap: Tatsächlich habe ich an CBN gar nicht gedacht, aber obwohl er locker mal ein Top-5-Rapper der Schweiz ist, ist erdefinitiv auch nicht in der Position, Nilly “hochzuziehen”. Darum ging’s ja. Darum habe ich Greis erwähnt.
- Und Nein, daran habe ich nicht gedacht. Noch nie. LOOOOOL! LOGISCH habe ich daran gedacht! Aber gerade auch ein CBN hätte mit einwenig mehr Support der alten Garde mehr gerissen, was ihm auch zustehen würde. Und TROTZDEM macht er’s auch dann noch aus Liebe und es ist ihm grundsätzlich egal, weil seine Rechnungen bezahlen wird das Musikmachen wohl (leider) nie.
Das Endergebnis ist immer dasselbe: Es geht nicht darum, völlig kommerziell zu werden. Es geht darum, dass das wenige, was dieses Spiel heute zu bieten hat bei aller Planlosigkeit, mit einwenig Anleitung einwenig grösser würde. That’s all!
March 4th, 2010 at 1:03 pm
@saschino: Fände ich “grundsätzlich” gut. Das Problem bei Samplern ist aber immer dasselbe, nämlich ein durchgehend hohes Qualitätsniveau zu erreichen. Denn wir sind uns einig: es gibt ein paar Talente, die mehr Respekt verdient hätten. Aber hunderte davon gibt’s nicht.
March 4th, 2010 at 1:47 pm
@Emm: Richtig, es gibt keine 100 Talente, aber genug Leute für einen anständigen Sampler.
Und “Slangwarriors” war damals kein wild zusammegewürfeltes-dj-khaled-unsinniges-kollabo-sampler-dings, das würde auf jeden Fall funktionieren. Wieso macht da niemand etwas in diese Richtung? Die SAD-Alben sind nahe an diesem Ding, aber da fehlt mir ein wenig der Unity-Gedanke.
PS. Die “Stäägehuus-Sessions” kann man getrost wegdenken.
March 4th, 2010 at 2:15 pm
@Saschino: Und wie definierst Du diese Unity? Was meinst Du damit?
March 4th, 2010 at 2:29 pm
wir hatten letztes jahr im Januar 09 eine Diskussion mit Savas über unser schweizer urban problem. er konnte nicht verstehen, dass es niemand gibt der die Schweizer Rap Szene nicht reisst. bzw. verreisst! wie es savas selber macht in der deutschen szene. Unser Argument bzw. schon fast Ausrede war auch, das wir in der Schweiz zu viele Dialekte haben.
So Savas: “dann muss der Schweizerrap sich auf eine Sprache einigen!”
Unser Gegenargument: “unmöglich!”
Savas: “Hast du mal bei uns jemand auf bayrisch rappen gehört???”
ookkey ich weiss nicht ob es für dich konstruktiv war Emm, aber musste das loswerden!
March 4th, 2010 at 3:25 pm
@Emm: Unity im Sinne von gemeinsam was tun. ELDORADO FM ist ein kleiner Anfang zB. Aber ich denke, dass man das auch grösser aufziehen könnte. Man teilt die gleiche Leidenschaft wieso sollte man nicht zusamme etwas Grosses bilden? Deswegen fände ich ein neues, zweites SLANGWARRIORS nicht so abwegig.
Guck mal Savas mit seinen Mammutremixen jeweils, das ist Unity, all for rap und so
March 4th, 2010 at 3:31 pm
Bspw. Rikk Love hatte ja mit “I Love This Rapshit” was gemacht in dieser Art. Wäre er dran geblieben, wer weiss, vielleicht wäre er heute ein Leader. Aber a.) habe ich KEINE AHNUNG was der treibt und b.) wieso er “aufgehört” hat zu rappen..
March 4th, 2010 at 3:47 pm
okay, nun wirklich ein letztes mal, weil du mich sowenig verstehst (bzw verstehen willst) wie ich dich, lieber emm. der schweizer markt für rap gibt nicht mehr her. klar wär’s schon wenn dieser und jener mehr verkaufen würden bzw. mehr aufmerksamkeit kriegen würde. aber es wird nicht passieren. du kommst immmer mit diesem führungsscheiss und denkst dabei wohl an das puffy-biggie-mase-, hov-lupe-kayne- oder meinetwegen savas-eko-ding. wenn nicht, dann habe ich echt keinen blassen, wovon du sprichst. und jetzt check mal die relationen aus please (remember: wir reden hier von zwei der weltweit grössten märkte für rap sowie einem der winzigsten). du denkst, wenn sich sk oder breitbild oder gimma den wouso oder den dachs greifen würden, dann würde der mehr absetzen oder gebucht werden?! grosse zweifel! nebenbei: griot hat’s ja versucht, dieses zöglingsding, ist aber im sande verlaufen. die einzigen zwei, die für eine solche aufgabe (medienpräsenz, umsatzsteigerung) in frage kämen, sind die in der szene arg in verruf geratenen herren stress und bligg. got me? ach ja, da fällt mir ein, der spoo hat’s ja auch gemacht, remember 6003 clikk? ach ja, tza hat’s auch gemacht (-> tumen). also ich hab keinen plan, was du genau willst. da fällt mir gleich noch ein vonwegen sampler und “ziehvater”: was sagt ihr zu ilarius? war zwar nicht der sampler im sinne des wortes sondern mehr ein producer-album, hatte neben “alten hasen” auch “junges gemüse” am start, wurde, weil’s gewisse kreise liebten, sogar auf vinyl veröffentlicht! nenn mich also den mit dem hippie-weltballon, nenn mich krs, nenn mich weltfremd, nenn mich pessimist, nenn mich underground, nenn mich alten mann, geht mir am allterwertesten vorbei. ich weiss, dass ich was mach (für mich und für die “szene”), und um das geht’s.
und noch wegen dem savas-argument: super-dämlich! ich schätze ihn und seine mukke, aber ahnung von der schweiz hat der kerl null. und wegen dem sampler: nicht reden, machen!
so, ich bin draussen hier, entgültig.
March 4th, 2010 at 3:51 pm
Nur so am Rand: Ich hab diese Platte (von Ilarius)..!
Die Diskussion dreht sich im Kreis – wer findet einen Ausweg?
March 4th, 2010 at 4:04 pm
@Kurt, interssant was Du schreibst.
Einen Punkt möchte ich aber herausstreichen: Man kann als etabilierter Artist einen Newcomer noch so pushen etc., etc. – wenn der keine Eigenständigkeit hat (ein bisschen reicht schon) oder kein Charisma – wie will der je “grösser” werden. Man muss als Newcomer die Leute auch catchen. Man wird nicht gehört oder gekauft weil man der Zögling von irgendjemandem ist. Das reicht nicht. G-Rexus und Nex-One die von Griot gepusht wurden, die waren böse gesagt nicht gut genug. Zudem glaube ich auch, dass das alles zu wenig ernst genommen wird von den “Pushern” jeweils.. Das funktioniert wahrscheinlich in 2 Fällen von 10. Und in der Schweiz ist das fucking wenig.
March 5th, 2010 at 12:39 am
scheisse – da spannt uns einer whitney aus und ihr führt grundsatzdiskussionen. wohin soll noch führen?!
March 5th, 2010 at 12:36 pm
ich glaube das Problem liegt – abgesehen von bereits geschilderten daran, dass die “Zielgruppe” von CH-Rap, respektive das Zielpublikum aus den klischéemässigen Teenagern besteht, zwischen 12 und 17, 18 Jahren. Viele “ältere” haben sich von CH-Rap abgewendet weil es ihnen peinlich ist, whatever….Und die eigentliche Hauptzielgruppe hat kein Geld oder will keins für Musik ausgeben und saugt sich alles illegal gratis vom Netz..so kann auch kein wirklicher Markt entstehen….
eine Lösung des Problemes habe ich auch nicht….aber immerhin noch etwas Senf dazu
ps: propz für deine schreibfrequenz hier, Emm!
March 5th, 2010 at 8:21 pm
Lösung für dieses Problem habe auch keine, möchte aber trotzdem meine obligaten 2 Cents(Make it rain!) ins Sparschwein werfen.
Das in der Schweiz einige “new Generation” Talente vorhanden sind, bestreite ich nicht. Manillio, CBN… ich zähle hierzu auch YoungM und dich, emm dazu. Lieder(respektive Tracks) mit Message, Humor, sauberer Technik, Flow, etc. Leider gehen die aber etwas unter in der Masse der Gettho-Waffen-Click-Clack-Guet-auf-Bluet-reim-Rapper, von denen es in der Schweiz viel zu viele gibt. Ich höre mir immer wieder gerne gute CH-Releases an, auch wenn sie rar gesät sind.
Ich sehe aber im Gegensatz zu dir emm, nicht die mangelnde “Führung” im CH-Rap als Hauptgrund, sondern die gesamte Entwicklung des Hip-Hop. Während früher Hip-Hop eher eine Kultur war, bei der die 4 Elemente Hand in Hand gingen und eine Bewegung für “Aussenständige” war, während sich die Breite Masse dem Eurodance, den Boygroups und DJ Bobo widmete, ist Rap heute eine Musikrichtung im Mainstream. Während früher die Sampler wie Bravohits 2 oder 3 Rapsongs hatten, sieht das Heute anders aus.
Der Underground ist weg vom Hip-Hop, was ihn für die Älteren die noch die Zeit der Walkman mit Mixtape vom Plattendealer erlebt haben unattraktiv macht, weil er nicht mehr authentisch ist und Rap muss authentisch sein.
Zurück zu meinem eigentlichen Punkt: Es gibt wenige authentische Rapper in der Schweiz, und viele die meinen den Dicken machen zu müssen und das Schadet der “Szene” (ist im Fussball auch so, Hooligans und Ultras im eigentlichen Sinne gibts nur noch wenige, krawallgeile Steinewerfer umso mehr, kleine Anmerkung am Rande)
Rapper wie z.B Greis, blieben dem Hip-Hop treu und erfreuen bei älteren Hörern (die sich die CDs auch kaufen können/wollen) mehr Beliebtheit. Die “Zielgruppe” pumpt sich aber lieber Bushido und Flo Rida.
So Dumm es sich auch anhört, es ist einfach nicht mehr wie Früher.
Vermutlich habe ich mal wieder etwas am Thema vorbeigeschrieben, wollte dies aber loswerden…
One love
One music
One people
One movement…