2012 Recap

Vermischter Schwachsinn 7 Comments

Geschätzte Damen und Herren und sonstige 3 Restleser: Tatsächlich wollte ich das Jahr 2012 am 31. Dezember recappen, so wie es sich gehört für einen nicht-mehr-betriebenen-aber-immer-noch-vorhandenen Blog, und weil so ein Recap für mich schriftlich besser funktioniert als einfach nur so einwenig im Kopf, wollte ich den Recap auch online stellen, frei nach dem Motto “Zwei Fliegen” und so. Leider war ich am 31. Dezember aber auf Mission in Bratislava aka Brati und bin darum nicht dazu gekommen, mit dem dort nicht vorhandenen Internet diesen Text online zu schalten. Und jetzt ist es drei Tage später, das Datum das falsche, und sowieso geht’s mir heute nicht gut, die komischen Schweinsschuhsohlen in einem dieser bratislavschen unterirdischen Ritterpaläste/Restaurants habens meinem zarten Mitteleuropäermagen angetan. Darum zwar trotzdem hier einige Zeilen, aber eben nur einige wenige:

2012 war irgendwie ein Jahr der Konsolidierung, so wie tote Hautfetzen, die man abstreift: drunter ist das Neue schon da, das Alte muss noch weg, man kürzt quasi den Müll aus dem Leben und steht am Ende des Jahres mit einer hoffentlich gesäuberten Bilanz am Start zum neuen Zyklus. Privat wie beruflich war 2012 sehr intensiv, mit harten emotionalen Downs und insbesondere beruflich grossen Ups. Schlussendlich, auch das soll gesagt werden, gibt’s hier ja nicht zuletzt auch deshalb nicht mehr so viel zu lesen, weil ich erstens endlich mit sämtlichen Ausbildungsschritten durch und darum zweitens jetzt tatsächlich hart im Corporate-Leben angekommen bin. Freizeit wird spärlicher, es ist der übliche Lauf der Zeit, und wie alles hat diese Entwicklung Vor- und Nachteile. So wie mit zwölf wird das Leben leider nie mehr, dafür ergeben sich (hoffentlich) neue und andere Möglichkeiten. Und überhaupt: Kurz nachdem ich zum ersten Mal zum Nordpol unterwegs war, zusammen mit Harald Schmidt, zu Fuss, dafür mit kurzen Hosen, weils sonst einfach zu einfach ist, ist mir im Traum in diesem kleinen Biwakzelt so ein Buddhist erschienen, der aussah wie eine Mischung aus Patrick Bateman, Ryan Gosling und Uncle Pauly von the Sopranos, und der hat mir damals beigebracht, dass man Negatives am besten einfach Negatives sein lassen soll. Negativemotionen, so ist die Welt nunmal, sind für die jenigen Menschen, die nicht weiterkommen wollen. Ob es hier unten dann also einen Block gibt, in dem ich den “Sh*t I don’t like” abhandle, wird sich erst im Laufe des Artikelverfassens weisen, wohl aber eher nicht, denn eben. Aber was schreibe ich hier im Zeug rum: Ich wär nicht, wer ich bin, wenn ich Euch hier mit dem normalen grosselterlichen Weihnachtsschmaus nerven würde. Let’s get into it:

Alben, die mir bleiben:

- Frank Ocean: Channel Orange
- Meek Mill: Dreams & Nightmares
- Kendrick Lamar: Good Kid, m.A.a.d. City
- Rick Ross: God Forgives, I Don’t
- A$AP Rocky: Long.Live.A$AP
- Mimiks – Jong & Hässig Vol. 1 (yeah I said it)

Den Rest habe ich entweder nicht mehr im Kopf (und er blieb mir also nicht), oder ich vergesse den gerade jetzt (und er blieb mir also nicht).

Sonstige musikalische Momente:

- Südostasientournee mit dem Bruder einer anderen Mutter Hands Solo
- Glanz & Gloria rausbringen
- Videos zu “Hunger” & “Alls Okay”
- Video zu “Eifach wiiter” (coming soon)
- Bonker Inferno
- 041 zum ersten Mal seit Ewigkeiten als vereinigte Truppe sehen

Sonstige nichtmusikalische Momente:

- “Looking For An Exit” fertig schreiben
- Diss abgeben
- Sommer 2012
- Fahrräder (mit mehreren Gängen), Gym und Tan ohne Laundry
- Die 8 Minuten Bauchmuskeltraining-Videos auf Youtube
- Lemonsoda aus der Migros
- Ice Tea Light aus der Migros
- Vincent und Anna
- Schall & Rausch
- Frauen in Tanktops
- Tanktops im Allgemeinen
- RL-Sonnenbrillen
- Durch die USA cruisen
- Last but not least the most basic: Familie und Freunde. Immer wieder das Grösste.

So, that’s it, folks. Next up sind das “Eifach Wiiter”-Video und “Looking for an Exit”. Die Chance, dass es also nicht wieder 8 Monate dauert, bis hier was kommt, ist durchaus vorhanden.

 

Looking For An Exit

Vermischter Schwachsinn 3 Comments

Für die, die diesen Blog immer noch angucken, oder immer noch einen RSS-Feed haben, folgendes Bild:

Baba Uslender

Vermischter Schwachsinn 8 Comments

Sehr geehrte Damen und Herren, ich liebe ja dieses Wechselspiel zwischen Kommentatoren und meiner Wenigkeit: wie gesagt, wenn mir jemand mal ein gutes Thema vorschlägt, dann nehme ich mir durchaus die Zeit und verfasse hier die Zeilen, die meine Meinung zu besagtem Thema wiedergeben. Solange allerdings niemand darum bittet oder nachfragt, mache ich das, was ich aktuell tue: mein Ding, aka der Blog bleibt tot.

Nun ist gestern abend aber die wunderbare Anfrage zu einem Statement zu Baba Uslender reingekommen. Baba Uslender, aktueller Internetüberhype, Gewinner des Radio 3fach Kick Ass Awards (Danke dafür alleine, mein Mann, endlich mal!), grosser Homeboy meines Homeboys Effe aka Effe Ramazzotti und, ja, wenn man so will, Luzerner Rapper der Stunde. Wer down ist mit Baba, hat am nächsten Tag 30 Freundschaftsanfragen auf Facebook. Dazu, also zu diesem Herrn, soll ich jetzt also ein Statement abgeben. Und ich bin dankbar um diese Aufforderung, denn Baba Uslender gibt mir indirekt die Gelegenheit, etwas loszuwerden, was ich schon länger mal niedertippen wollte und was längst nicht ausschliesslich mit Rap zu tun hat, aber was sich an Rap wunderbar aufzeigen lässt:

Was die Schweizer nämlich in 700 Jahren plus ein paar zerquetschte Landesgeschichte NIE, ich betone: NIE!!! richtig hingekriegt haben (nebst nachhaltig guten Mannschaftssportteams und guten Fernsehmoderatoren), ist gutes Entertainment. In all der Bankenlandverkrampfung haben wir es bis heute nie geschafft, uns in unserem Selbstbildnis zwischen Krampfadern, Sex nur bei Licht aus und Hemd bitte in der Hose und das auch am Weekend, in unseren Grundzügen mal locker genug zu machen, um guten Humor und gute Unterhaltung zu produzieren. Wir sind nie so weit gekommen, dass ein politisch inkorrekter Witz trotzdem lustig ist, weil er eben lustig ist. Symbolisch für uns alle steht wohl Viktor Giacobbo (die Speerspitze des Helvetenhumors, was für ein Zeugnis… ): Wir geben uns gerne vordergründig easy, doch wir sind es selten, und unsere Witze sind spiessiger als all die Leute, über die wir uns total voraussehbar und klischiert lustig machen. DAS, meine Damen und Herren, ist unser Problem, und dort liegt der Hund begraben in dieser ganzen Entertainmentlandschaft. Wer sich in diesem Land in dieser Industrie bewegt, hat ständig die berechtigte Angst, aufgrund seiner eigenen (eventuell vorhandenen) Originalität ausserhalb des Spektrums von Humor zu liegen zu kommen, das Herr und Frau Schweizer ertragen, ohne entweder rot zu werden oder gleich den Mahn- und Drohfinger zu erheben.  Dementsprechend eingemittet und sowohl ecken- als auch kantenlos präsentiert sich denn auch der Grösstteil unserer Künstlerschaft: Schweizer Musiker singen und sprechsingen schön korrekt in der politischen Mitte der Schweizer Illustrierte (Gruss mal wieder an Martha aus Möriken, Abonnentin seit 15 Jahren!), Schweizer DJs cutten ganz vorschriftsgemäss, haben brav die Blumentopfschen Hausaufgaben verrichtet (mal schön mit den Babyscratchvideos angefangen auf Youtube) und loben steif die guten alten Zeiten und die Golden Era, und das ist alles so voraussehbar und erwartungsgemäss, dass einem das Gesicht einschläft. Schweizer Rapper bemühen an irgendwelchen Freestylebattles sogenannte “Doppelreime”, davon kriegen sie leichtes Holz zwischen den Beinen, und dann behomoen sie sich stundenlang über Flows und ähnlich irrelevante Themen und reden auch in der Freizeit gerne über nichts anderes, aber wundern sich dann, dass sie verkehrslos bleiben und sich zu zehnt um zwei Halbfrauen mit New Era Caps streiten, weil das Zeug niemanden (mehr) interessiert. Die Begründung ist simpel: Am Ende des Tages - das ist im Rapbattle so, aber eben auch im Entertainmentgame insgesamt – gewinnt eben nicht der bessere Flow, sondern der (gesamthaft) bessere Entertainer. Gewinnen tut das, was mehr unterhält, nicht das, was technisch einwandfreier ist. Dabei ist der Weg zu diesem Ziel, so doof es klingt, eben egal und zweitrangig: Jemand kann entertainen mit seinen Looks, oder mit seinem Talent, oder mit komisch-spastischen Bewegungen, es ist völlig gleichwertig. Und genau darum fällt dieses Statement zu Baba Uslender schlussendlich viel einfacher und schnörkelloser aus, als es viele wohl erwartet hätten und es nimmt sich gar keine Zeit, auf irgendwelchen technischen oder sonstigen Firlefanz einzugehen: Wenn ich mir den “Baustellsong” anhöre, dann muss ich lachen. Den höre ich durch, den höre ich mehrmals, und dann finde ich den noch witziger als beim ersten Mal, und beim nächsten Baba-Ding klicke ich folglich automatisch wieder drauf, weil der Typ für gutes Entertainment steht. Mir ist egal, ob das, was die Herren da erzählen, politisch korrekt ist, ob das am Ende satirisch ist oder nur Verarschung, oder vielleicht sogar Produkt von viel weniger angestrengten Überlegungen als all die Kritiker der ganzen Sache attestieren wollen. Hauptsache und einzig relevantes Kriterium ist: Ich werde gut entertaint, während siebeneinhalb Minuten. Und da liegt dann wohl auch der Hauptunterschied zum Grösstrest der Entertainmentindustrie.

Zurück…

Vermischter Schwachsinn 8 Comments

…ist das neue weg, meine Damen und Herren, denn das Internet hat seinen verlorenen Sohn und Schreiberling wieder. Ob regelmässig oder nicht, ob überhaupt wieder richtig oder eben gerade nur heute und so, das wird sich weisen, aber kurz vor dem erfolgreichen kalten Entzug aka dem Abschalten des RSS-Feeds gibt’s eine gutaussehende Frau aka einen Schuss der Droge auf dem Blog der Blöggers und so. Es würde ewig dauern, zu erklären, warum ich 2011 kürzer getreten bin bzw. kürzer treten musste, aber da halten wir’s wie Taubstumme und schweigen. Ich wollte zwar immer, aber konnte dann nicht, oder ich konnte aber wollte nicht, und bei den meisten Paaren ist das ja ein Scheidungsgrund. Aber da ich der Switch für diese Domain genug bezahle bleibt diese bei mir, und so kann ich auch nur ab und an und so.

Die Frage bleibt, was man nach so ewig langer Zeit überhaupt verfasst bzw. verfassen will. Eine Liste der Topwasauchimmer dieses Jahres? Davon gibt’s genug. Einen kleinen Essay über CH-Rap? Über Quality Control? Alles schon gemacht, Neuigkeiten gibt’s nur bedingt. Um den alten Hands Solo zu zitieren: Schreib lieber was relevantes, z.B. über Brüste. Und wo er Recht hat, hat er natürlich Recht. Darum höre ich hier schon wieder auf. Das einzige, was es brauchte, war ein Lebenszeichen, eben, den notwendigen Schuss, kurz vor dem Komplettausstieg. Den Rest bin ich am überdenken, ich muss da zuerst wieder Themen und so finden, bis ich mich wieder länger auslassen kann. Einstweilen muss das genügen. Aber auch in diesen Zeilen ist genug Material drin, das all die anderen Texter biten können. So bis Weihnachten sollte es reichen, feel me? Bis bald, der Emmster.

 

 

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